Buchempfehlungen:

Schöne Kinder-Bilderbücher:

 

Wenn die Ziege schwimmen lernt / Beltz-Verlag (treffende Parabel zum Thema Schule)

und

eigentlich alle Bücher von Daniela Drescher /Urachhaus-Verlag

Wer sein Kind liebt ...

Theorie und Praxis der strukturellen Gewalt

von Franziska Klinkigt

Erschienen im Tologo Verlag

 

Auszüge aus dem Buch:

Im Fokus steht die Schule, und zwar aus dem Grunde, weil an ihr deutlich wird, wie es um die Würde des Menschen und um den Respekt vor seinem Sein, seiner Freiheit, seiner Selbstbestimmtheit, seiner Grundrechte steht. Auch deshalb, weil gerade hier der Aspekt der Gewalt von besonderer Bedeutung ist, da ein Staat, der sich verfassungsmäßig  dazu verpflichtet hat, Menschen vor Gewalt zu schützen, selbst als Akteur systematisch und tiefgreifend gewalttätig ist - aber offiziell wird offensichtliche staatliche Gewalt nicht als Gewalt definiert. (...)

 

Die grundlegenste aller Freiheiten ist die Freiheit, etwas abbrechen und

weggehen zu können. (...)

Schulen werden nur dann zu ethisch vertretbaren (Bildungs-)Einrichtungen werden,

wenn Kinder die Freiheit haben, sie zu verlassen. (...)

Wenn Kinder wirklich die Freiheit haben, sich von der Schule zu verabschieden, wird

das Weiterbestehen der Schulen davon abhängen, dass sie zu kinderfreundlichen Orten werden. Kinder lieben es zu lernen, jedoch hassen sie es - wie wir alle! - gezwungen, penibel überwacht und andauernd bewertet zu werden. (...) Wenn 'Schüler die Freiheit haben wegzugehen, werden Schulen ihnen weitere grundlegende Menschenrechte zugestehen müssen, etwa das Mitspracherecht bei Entscheidungen, die sie betreffen, das Recht auf Redefreiheit, die Versammlungsfreiheit und das Recht, ihren eigenen Weg zum Glücklichsein zu wählen. Solche Schulen hätten keinerlei Ähnlichkeit mehr mit den trostlosen Institutionen, die wir heute "Schulen" nennen. (Peter Gray)

(...)

Es ist allerhöchste Zeit so denke ich, sich zu wünschen, dass wir wieder zu dem zurückfinden, was für uns gesund ist und unserer Natur entspricht: die Liebe zu unserem Nachwuchs. Es liegt ganz und gar nicht in der Natur des Menschen, seinem Nachwuchs Gewalt anzutun. Wenn dies geschieht, so dürfen wir davon ausgehen, dass dies innerhalb von Rahmenbedingungen stattfindet, in denen wir uns in Not befinden, von Angst geleitet oder voneinander und von uns selbst entfremdet sind. (...)

 

Wer sein Kind liebt... der liebt es!

Die Zeit ist reif für die Liebe.

www.gewaltohnemich.de

 

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Saat der Freiheit

Impulse für aufblühende Bildungslandschaften

von Bertrand Stern

Erschienen bei Think oya

 

Auszug aus dem Buch "Saat der Freiheit", einer Vor- und Rückschau in der Zeit des Wandels von der Beschulungsideologie hin zum Frei-sich-bilden:

Zur Überwindung der subtilen sozialen Diskriminierung

Unter den gottlob überwundenen Scheußlichkeiten aus einstigen Zeiten sollte noch

ein Aspekt genannt werden, der sozusagen jahrelang die Diskussionen rund um den

Ausbruch aus der Beschulungsideologie beherrschte: die Frage der möglichen sozialen

Benachteiligung von Menschen, denen, weshalb auch immer, die Schule vorenthalten geblieben war und deshalb später auch der Zugang zur Hochschule verbaut, verwehrt war.

Über viele Jahrzehnte hinweg war der Institution Schule ein soziale Aufgabe zugeschrieben worden: Durch ihren demokratischen Anspruch wirke sie jedweder Unterprivilegierung entgegen. Wie verlogen dies doch war, und zwar in mehrfacher Hinsicht:

     Erstens beruhte das gesellschaftliche System auf sozialen Ungleichheiten, auf sozialen Widersprüchen, auf scheinbar unüberwindlichen Antagonismen, denen das Schulsystem zwar zu begegnen vorgab; realiter zementierte es dieses pyramidale Gebilde jedoch nur weiter.

     Zweitens sorgte der bereits erwähnte "heimliche Lehrplan" dafür, dass durch gewisse, dem offiziellen Lehrplan innewohnende, kaum spürbare, aber manipulatorische Botschaften in der Schülerschaft eine Zementierung von sozialen Gegensätzen verankert wurde.

     Drittens bewirkte die allgemeine Orientierung der Schule, dass Menschen, die sich nicht schulsystemimmanent verhielten, immer weiter stigmatisiert wurden; nachdem ihnen durch angeblich objektive Prüfungen bescheinigt wurde, als Versager zu gelten, mussten sie dies so verinnerlichen und sich selbst so sehen.

     Viertens wurde zwar schon klar erkannt, dass ein Mehr an Sozialhilfe nicht für einen Abbau von sozialen Disparitäten sorgen könne, sondern vielmehr eine Diskriminierung fördere, gemäß dieser Erkenntnis hätten - statt des Aufdrängens von noch mehr schultherapeutischen Angeboten, um angeblich Menschen aus ihrer misslichen Lage herauszuhelfen - die Menschen darin unterstützt werden sollen, aus der unwürdigen Rolle des Empfängers von wohlfahrtsstaatlichen Almosen zu treten und sich als verantwortliches Subjekt zu fühlen un zu verhalten. Hierin wäre die angeborene Potenz, frei sich zu bilden, eine Chance gewesen, wie es die Wirklichkeit später auch aufzeigte: Nachdem dieser einfache und radikale Wandel vom Objekt der Zwangsbeglückung hin zum Subjekt des eigenen Lebens vollzogen worden war, verschwanden all die hässlichen, weil widersinnigen Bezeichnungen wie jene der "bildungsfernen Schichten" - als ob ein Mensch jemals "bildungfern" sei! Daran lasst sich gut ablesen, wie kontraproduktiv Kategorien sind, die nach der zivilisatorischen Devise "mehr desselben!" lediglich Probleme verankern und verschlimmern - statt sie zu lösen und aufzulösen.  (...)

 www.frei-sich-bilden.de

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MOMO

oder

Die seltsame Geschichte von den Zeit-dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte (Ein Märchen-Roman)

von Michael Ende

Thienemann-Verlag

 

Auszug aus dem Buch:

Eines Tages begegnete Momo in der Stadt drei Kindern, die früher immer zu ihr gekommen waren. Es waren Paolo, Franco und das Mädchen Maria, das früher immer das kleine Geschwisterchen Dedé herumgetragen hatte. Alle drei sahen ganz verändert aus. Sie trugen eine Art grauer Uniform und ihre Gesichter wirkten seltsam erstarrt und leblos. Selbst als Momo sie jubelnd begrüßte, lächelten sie kaum.

"Ich hab euch so gesucht", sagte Momo atemlos, "kommt ihr jetzt wieder zu mir?"
Die drei wechselten Blick, dann schüttelten sie die Köpfe.
"Aber morgen vielleicht, ja?" fragt Momo. "oder übermorgen?"
Wiederum schüttelten alle drei die Köpfe.
"Ach, kommt doch wieder!", bat Momo. "Früher seid ihr doch immer gekommen."
"Früher!", antwortete Paolo. "Aber jetzt ist alles anders. Wir dürfen unsere Zeit nicht mehr nutzlos vertun."
"Das haben wir doch nie getan", meinte Momo.
"Ja, es war schön", sagte Maria, aber darauf kommt es nicht an."
Die drei Kinder gingen eilig weiter. Momo lief neben ihnen her. 

"Wo geht ihr denn jetzt hin", wollte Momo wissen.
"In die Spielstunde", antwortete Franco. "Da lernen wir spielen."
"Was denn?", fragte Momo.
"Heute spielen wir Lochkarten", erklärte Paolo, "das ist sehr nützlich, aber man muss höllisch aufpassen".
(...)
"Und das macht Spaß?" fragte Momo zweifelnd.
Darauf kommt es nicht an", meinte Maria ängstlich, "so darf man nicht reden."
"Aber worauf kommt es denn an?", wollte Momo wissen.
"Darauf", antwortete Paolo, "dass es nützlich für die Zukunft ist."
Inzwischen waren sie vor dem Tor eines großen grauen Hauses angekommen. "Kinder-Depot" stand über der Tür.

"Ich hätte euch soviel zu erzählen", sagte Momo.
"Vielleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder" antwortete Maria traurig.
Um sie herum waren noch mehr Kinder, die alle in das Tor hinein gingen. Und alle sahen ähnlich aus wie die drei Freunde von Momo. 
"Bei dir war's viel schöner", sagte Franco plötzlich. "Da ist uns selber immer eine Menge eingefallen. Aber dabei lernt man nichts, sagen sie."

Doch glücklicherweise gibt es ein Happy End, weil ein kleines Mädchen den Mut hat, dem Ruf seines Herzens zu folgen:

"Und in der großen Stadt sah man, was man seit Langem nicht mehr gesehen hatte:
Kinder spielten mitten auf der Straße, und die Autofahrer, die warten mussten, guckten lächelnd zu und manche stiegen auf und spielten einfach mit" ...

 

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Von der Erziehung zur Einfühlung

von Naomi Aldort

erschienen im Arbor-Verlag

 

Liebe, emotionale Sicherheit und Selbstbestimmtheit sind die größten Geschenke, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können. Doch oft gelingt uns das nicht. Zwar sind wir es leid, ständig zu schimpfen, Konsequenzen anzudrohen oder sonstwie Druck auszuüben, doch alle Welt scheint davon überzeugt zu sein, dass es eben leider nicht anders geht.

Naomi Aldort belehrt uns eines Besseren. Sie zeigt uns, wie wir den alltäglichen Erziehungskampf beenden, die Waffen niederlegen und dennoch dafür sorgen können, dass unsere Kinder gedeihen und zu einem verantwortungsvollen Menschen heranwachsen.

Doch hier erwartet den Leser keine neue Anleitung, wie man Kinder auf möglichst angenehme und einfache Art und Weise steuern kann. Es geht um mehr, es geht um`s Ganze - es geht um eine ander Art mit Kindern zu leben.

Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht ein wirkliches Verständnis für das Kind, das ihm erlaubt, selbst sein Bestes zu geben. Und zwaar nicht, weil es Strafe fürchtet oder gefallen möchte, sondern aus seinem eigenen freien Willen heraus. Nicht Kontrolle ist das Ziel sondern wahre Kooperation.

Von der Erziehung zur Einfühlung ruft uns ins Bewusstsein, dass wir unseren Kindern und unserem naürlichen Instinkt, sie bedingungslos zu lieben, wirklich vertrauen können. Zudem enthält das Buch zahlreiche praktische Beispiele und konkrete Vorschläge, wie man das Konzept der Kontrolle hinter sich lassen und Authentizität an deren Stelle treten lassen kann.

Berichte, Texte, Interviews

Interview mit André Stern in der Landshuter Zeitung

Interview André Stern
006_TAG_ZTG_10_220214.pdf
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Erwache... von SEOM

Berührender Kurzfilm:

Warum Schule und Arbeit nicht glücklich machen

Bertrand Stern: Frei-sich-bilden statt Schulanwesenheitszwang? Konstruktive Elemente einer (Er-)Lösung ...

Franziska Klinkigt: Entwürdigung

durch Nicht-nein-sagen-dürfen?

Malortbegründer Arno Stern zur Betrachtung von Kinderbildern

Sarah Lesch - Testament

Film über das Frei-sich-bilden

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